Wunder


Die Erklärung dafür liegt in dem Worte selbst. Wunder ist ein Vorgang, über den der Mensch in Verwunderung gerät. Es ist etwas, das er nicht für möglich hält. Aber auch nur hält, denn daß es möglich ist, hat ja das Eintreten des Wunders schon bewiesen.

Wunder nach den Vorstellungen vieler an Gott glaubender Menschen gibt es nicht! Diese halten ein Wunder für etwas außerhalb der Naturgesetze Geschehendes, sogar für etwas, das allen Naturgesetzen entgegensteht. Darin erblicken sie gerade das Göttliche! Ein Wunder ist für sie etwas, das nur ihrem Gotte möglich ist, der darin seine besondere Gnade zeigt und seine Allmacht dazu anwendet.

Die armen Menschen denken sich unter Allmacht irrtümlich die Möglichkeit von Willkürakten und die Wunder als solche Willkürakte. Sie überlegen sich nicht, wie sehr sie Gott damit verkleinern; denn diese Art Wunder würden nichts weniger als göttlich sein.

Im göttlichen Wirken liegt in erster Linie eine unbedingte Vollkommenheit, ohne Fehler, ohne Lücke. Und Vollkommenheit bedingt strengste Logik, unbedingte Folgerichtigkeit in jeder Beziehung. Ein Wunder muß sich demnach nur in lückenloser Folgerichtigkeit im Geschehen auswirken. Der Unterschied ist nur der, daß bei einem Wunder der für irdische Begriffe längere Zeit in Anspruch nehmende Entwicklungsgang sich zwar in üblicher Weise abspielt, doch in so ungeheurer Geschwindigkeit, sei es nun durch die einem Menschen besonders verliehene Kraft oder durch andere Wege, daß es von den Menschen durch außergewöhnlich schnelles Geschehen als wunderbar bezeichnet werden kann, kurz, als Wunder.


Vortrag:   Wunder

 

Ergänzende Themenseiten:

Entwicklung des Menschen ,  Wissenschaft und Religion

Die ausgewählten Zitate geben nur kleine Einblicke zu dem Thema.
Mehr dazu in dem umfassenden Gesamtwerk:
Im Lichte der Wahrheit, Gralsbotschaft